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News der HWS

HWS optimiert Mülltouren in Zusammenarbeit mit der Hochschule Merseburg

Unsere Müllmänner der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft (HWS) sind Tag für Tag sehr fleißig und entsorgen für uns alle den anfallenden Abfall sowie Wertstoffe. Damit unsere Kollegen und die schön orange strahlenden Autos auch effizient eingesetzt werden, gibt es eine Tourenplanung. Und diese optimiert die HWS gerade in Zusammenarbeit mit der Hochschule Merseburg. Ein spannendes Projekt und ich durfte es mir am HWS-Standort in der Äußeren Hordorfer Straße genauer anschauen.

Von: Martin Durek

Was ist grundsätzlich zu beachten?

Zehn bis zwölf Tonnen Abfall passen in unsere Müllautos – eine ganze Menge. Und dennoch müssen die Autos in einer Schicht meist ein bis zweimal zwischendurch „ausgekippt“ werden. Und hier zeigt sich die erste Besonderheit bezüglich der Mülltouren:  Jede Tour ist verschieden. Denn jedes Viertel, jeder Straßenzug ist anders.

Damit auch euer Müll pünktlich abgeholt wird, planen meine Kollegen bei der HWS die Mülltouren sehr genau in Handarbeit. Bedacht werden dabei nicht nur die maximalen Kapazitäten der Autos und die Arbeitszeiten der Fahrer, sondern natürlich auch die Fahrstrecken zwischen den Tonnen. „Für die komplette Neuplanung der Touren benötigen wir aktuell rund 40 Stunden“, erklärt mir Hans-Christian Neuber, Prokurist bei der HWS. Und nicht immer sind alle Touren gleichmäßig ausgelastet. Mal müssen die Mitarbeiter mehr schaffen, mal weniger.

Zusammenarbeit mit der Hochschule Merseburg

Vier Männer stehen zum Gespräch auf dem Wertstoffmarkt der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft
Prof. Dirk Sackmann (HS Merseburg), Hans-Christian Neuber (HWS) und Christoph Krieger (HS Merseburg) im Gespräch mit einem MDR-Redakteur (v.r.n.l.)

Um die Touren noch effizienter, ökologischer und ökonomischer zu planen und später umzusetzen, arbeitet die HWS seit rund zwei Jahren mit der Hochschule Merseburg zusammen. Das Projekt heißt „Synchronisation von Tourenplänen“.  Professor Dirk Sackmann von der Hochschule erklärt mir das Vorgehen: Mittels eines Programms werden alle zu bedienenden Straßenabschnitte untersucht und optimiert. Es werden also passende Straßenzüge zu einer Tour hinzugenommen oder gegebenenfalls auch entfernt. Das Programm nutzt dazu alle bekannten Grenzwerte wie eben die maximale Kapazität der Autos und die zur Verfügung stehende Zeit. „Eine Tourenplanung ist so in unter fünf Minuten erledigt – ein enormer Zeitgewinn. Zudem sind die Auslastungen der Touren nun deutlich ausgeglichener“, sagt Professor Sackmann.

Aber das mathematische Optimum wurde in der neuen Planung nicht erreicht. „Das war auch nicht das Ziel“, erklärt mir Herr Neuber. „Unsere Müllfahrer sind sehr erfahren auf ihren Strecken – dafür sind wir dankbar und diese Erfahrungswerte kann ein Computerprogramm auch gar nicht abbilden. Daher haben wir die Touren zwar angepasst, aber nicht zu starr. Der Kollege im Auto kann weiterhin selbst entscheiden, wie er seine Tour fährt“. 

Ausschnitt eine Karte mit nicht-optimierter Tourenplanung
Zum Vergleich: Eine exemplarische Tourenplanung vor...
Ausschnitt eine Karte mit optimierter Tourenplanung
...und nach der softwaregestützen Optimierung.

Das Projekt stößt auf großes Interesse

Die Zusammenarbeit zwischen uns und der Hochschule hat sich natürlich auch rumgesprochen. Und so kamen wir nun mit dem Mitteldeutschen Rundfunk zusammen um einen Beitrag für "MDR Sachsen-Anhalt heute" zu drehen. Aufregend! Gesendet wurde der Beitrag dann am 08. Februar 2018 (das Video ist in der MDR-Mediathek zu finden). Ein paar Eindrücke habe ich aber auch direkt gesammelt.

Dreharbeiten des MDR zur Tourenoptimierung bei der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft
Und Action!
Ein Mitarbeiter der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft im Interview
Hans-Christian Neuber von der HWS im Interview
Ein Mitarbeiter der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft im Interview

Und wie geht es weiter?

Nun geht das Projekt in die nächste Phase: Es wird geprüft, ob weitere Begrenzungen, wie zum Beispiel Parkverbote oder Zeitfenster für Anlieferungen in den Tourenplanungen eingearbeitet werden können. Ein mögliches Szenario klingt für mich besonders sinnvoll: Wenn auf einer Straßenseite ein Parkverbot für die Straßenreinigung errichtet wird, könnte dieses Zeitfenster auch direkt genutzt werden, damit die Kollegen von der Abfallentsorgung ihrer Arbeit nachgehen können. Für unsere Mitarbeiter wäre dies eine Erleichterung, weil sie so gegebenenfalls nicht mehr um die parkenden Autos herummanövrieren müssten und enge Straßen bequemer zu befahren wären.

Es bleibt also spannend, wie die Mülltouren noch weiter optimiert werden können.

Für mich war das ein sehr interessanter Termin. Spannend, welche Details im Hintergrund bedacht werden müssen, damit die für uns Bürger ganz alltäglichen Dinge reibungslos funktionieren. 

07.02.2018